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Bioenergiedorf Geiselberg

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Informationsveranstaltung bzw. Arbeitstagung am Mittwoch, den 25. Mai 2011

Die aktive Mitarbeit möglichst vieler Bürgerinnen und Bürger ist eine wichtige Voraussetzung, um das "Geiselberger Bündnis für Klimaschutz und erneuerbare Energien" erfolgreich zu gestalten und zu guten Ergebnissen zu führen. Zahlreiche Teilnehmer zeigten ihre Interesse daran, die Energieversorgung in Geiselberg umzugestalten und arbeiteten aktiv mit.

Nach der Begrüßung durch Ortsbürgermeister Georg Spieß und Carsten Rothballer (ICLEI Freiburg) referierte Dr-Ing. Peter Kosack von der Technischen Universität Kaiserslautern zum Thema „Wege zu erneuerbaren Energien - Motivation zum privaten und kommunalenWechsel". In einem spannenden Vortrag stellte er die neuesten Erkenntnisse aus der Systemforschung vor und verwies auf die Bedeutung direkter, lokaler Nutzung vorhandener Energiequellen. Er zeigte die prinzipiellen Fehlentscheidungen in der Energieversorgung der letzten Jahrhunderte auf.

Die erste prinzipielle Fehlentscheidung erfolgte im 18./19. Jahrhundert mit der ausschließlichen Nutzung Fossiler Energie. Die Folgen wie Umweltverschmutzung und Klimawandel sind weltweit spürbar. Die zweite prinzipielle Fehlentscheidung erfolgte Mitte des 20. Jahrhunderts durch den Einsatz der Nuklear-Energie. Die eingehandelten Probleme - langfristiges wirtschaftliches Desaster, Verstrahlungsrisiko und ungelöstes Endlagerproblem - wurden lange verharmlost. „Was tun" lautete seine Frage, die einfach zu beantworten war: „Diese Fehlentscheidungen müssen korrigiert werden."

Heute gilt: Erneuerbare Energien sind schnellst möglichst auf 100 % zu erhöhen. Das ist machbar - auch für Geiselberg. Mit den richtigen Konzepten noch viel, viel schneller als allgemein angenommen wird. Das setzt aber auch eine Strukturänderung in der Energieversorgung voraus. Mit der Umstellung auf regenerative Energien muss auch eine Umstellung auf dezentrale Strukturen erfolgen. Motiviert durch den spannenden Vortrag von Dr.-Ing. Kosack ging es vier Arbeitsgruppen weiter.

Arbeitsgruppe 1: Energiesparen, Energieeffizienz, Energie sinnvoll gestalten
Ansprechpartner: Ernst Mänges, Birgit Crusan, Silke Huwer

Arbeitsgruppe 2: Bodenordnung und Biomasse
Ansprechpartner: Klaus Jettkant, Carina Klein

Arbeitsgruppe 3: Potenzial aus erneuerbaren Energien in Geiselberg
Ansprechpartner: Stefan Huwer, Heinz Klein

Arbeitsgruppe 4: Öffentlichkeitsarbeit und Organisation
Ansprechpartner: Peter König, Marika Vatter

Kurzfristig wurde bereits ein Internetforum eingerichtet. Unter „http://www.geiselberg.de/forum" können an der Mitarbeit Interessierte sich jederzeit beteiligen.

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Auftaktveranstaltung vom 6.4.2011

Carsten Rothballer vom Institut ICLEI zeigte zunächst den Weg der internationalen Gespräche zum Klimaschutz in den letzten Jahren auf. Er machte aber deutlich, dass die festgelegten Klimaziele weltweit nicht erreicht werden können, wenn sich die Kommunen nicht beteiligen.

Manfred Seibel, Projektleiter des Landkreises Südwestpfalz für Klimaschutz und erneuerbare Energien, erläuterte die Arbeit des Landkreises und die dort gesteckten Ziele. Er zeigte auf wo sich Landkreis und Kommunen ergänzen, wo die Aktivitäten der Gemeinde Geiselberg durch den Landkreis unterstützt werden und hatte interessante eine Vielzahl interessanter Informationen.

Geiselberg sei absolut auf dem richtigen Weg.  Die auf Geiselberger Dächern bereits vorhandenen Fotovoltaikanlagen lieferten in 2009 bereits 418 000 kwh/Jahr. Damit produzierte Geiselberg schon fast 21 v.H. seines Strombedarfs aus erneuerbaren Energien. Der ins Stromnetz eingespeiste „Sonnenstrom" macht sich natürlich auch in der CO² - Bilanz bemerkbar. Durch den „Sonnenstrom" wurden 210 Tonnen CO² eingespart. Der gesamte Energieverbrauch in Geiselberg verursacht 1008 Tonnen CO². Nach Abzug der Einsparung verbleiben immer noch 798 Tonnen, die es in der Zukunft zu vermeiden gilt.

Geiselberg hat sich einer ehrgeizigen aber auch interessanten Aufgabe gestellt. Entscheidend dabei ist, dass die Geiselberger Bürgerinnen und Bürger sich der enormen Wichtigkeit des Themas bewusst werden und mitmachen. Ohne die Bereitschaft aus der Bevölkerung wird es nicht funktionieren. Der nächste Schritt - noch im Mai - wird ein Treffen sein, das mehr Arbeitscharakter haben wird. Arbeitsgruppen wie z.B.

1)      Energiesparen & Energieeffizienz - Energieverbrauch sinnvoll gestalten
2)      Bodenordnung und Biomasse in Geiselberg

3)      Potenzial aus erneuerbaren Energien
4)      Öffentlichkeitsarbeit & Organisation

Bei diesem Vorschlag handelt es sich zunächst um eine Diskussionsgrundlage. Die Themen können auch anders geordnet und gestaltet werden. Spätestens aber bis zum Jahresende, sollten Ziele und mögliche Wege konkret formuliert sein. Eine Kontaktaufnahme mit einem bereits erfolgreichen Bioenergiedorf in Deutschland soll ebenfalls baldmöglichst erfolgen. Eine Informationsfahrt zu einem Bioenergiedorf wird den Bürgerinnen und Bürgern aus Geiselberg angeboten.

Das Institut IfaS vom Umweltcampus Birkenfeld und die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung in Bonn werden Geiselberg ebenfalls begleiten und unterstützen.

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Auszug aus der Sitzung des Gemeinderates vom 17.11.2010 - ehem. Schule

Wege zum Bioenergiedorf - Informationen zum Thema von Thomas Anton, Dipl. Betriebswirt
Ifas Institut für angewandtes Stoffstrommanagement am Umweltcampus in Birkenfeld

Immer mehr Gemeinden betrachten die Sicherung einer zukunftsfähigen Energieversorgung als eine ebenso vordringliche wie auch wichtige Aufgabe. Die erneuerbaren Energien können entscheidend zur Erfüllung dieses Vorhabens beitragen. Die Ortsgemeinde Geiselberg sollte sich dieser Entwicklung nicht verschließen und ihre eigenen ökonomisch, ökologisch und sozial verträglichen Möglichkeiten einer Nutzung erneuerbarer Energien prüfen.

Das Institut Ifas in Birkenfeld hat einschlägige Erfahrung in der Beurteilung örtlich vorhandener energetischer Ressourcen und hat bereits bundesweit entsprechende Studien erarbeitet. Herr Thomas Anton wird den Gemeinderat zunächst allgemein über die Voraussetzungen eines Bioenergiedorfes informieren.

Zielsetzungsbeschluss zum Einsatz erneuerbarer Energien in der Ortsgemeinde Geiselberg

Dem Gemeinderat wird vorgeschlagen folgenden Grundsatzbeschluss zu fassen:

Kommunen besitzen eine Schlüsselfunktion wenn es darum geht, die ehrgeizigen Ziele der Bundesregierung zum Klimaschutz zu verwirklichen. Der Gemeinderat der Ortsgemeinde Geiselberg beschließt daher das Ziel, bis 2030 den kompletten Energiebedarf aus erneuerbaren Energieträgern decken zu wollen.

Dieses Ziel soll durch Maßnahmen erreicht werden, die ökonomische und ökologische Belange und den Bürgerwillen in einem angemessenen Verhältnis berücksichtigen. Dazu wird in den kommenden Monaten und Jahren mit allen interessierten Akteuren eine entsprechende Strategie erarbeitet.

Begründung:

Nachdem nunmehr seit Jahren auf allen Ebenen und in allen Bereichen unserer Gesellschaft über Klimaschutz und alternative Möglichkeiten der Energieerzeugung geredet wird, sollte auch für die Ortsgemeinde Geiselberg eine langfristige Strategie gemeinsam ausgearbeitet, veröffentlicht und umgesetzt werden. Eine Strategie, die mit Blick auf eine Energiewende drei Zielsetzungen gleichzeitig erfüllt:

-          Klimaschutz durch CO² - einsparende Energiebereitstellung

-          Steigerung der Wertschöpfung in der Region durch dezentrale, örtliche Energieerzeugung für die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen im Holzland

-          Langfristige, preisgünstige Sicherstellung einer nachhaltigen und damit auch zukunftsfähigen Energieversorgung als unverzichtbarer Teil der notwendigen Grundversorgung für alle Bürger und Bürgerinnen der Ortsgemeinde Geiselberg

Die Chancen zur Umsetzung der Strategie für die Ortsgemeinde Geiselberg stehen gut, da die Einhaltung der von der Bundesrepublik Deutschland eingegangenen internationalen Verpflichtungen zum Klimaschutz (Reduktion der CO²-Emmissionen um 40 v.H. bis 2020 und um 80 - 90 v.H. bis 2050 um eine Begrenzung des Temperaturanstiegs auf maximal 2 Grad zu erreichen) auch der Unterstützung durch die kommunalen Gebietskörperschaften bedürfen.

Gleiches gilt auch für die Ausbauziele im Bereich der erneuerbaren Energien, die u.a. auch als verbindliche Zielvorgabe bis zum Jahr 2020 an die EU gemeldet werden müssen.

So hat die Bundesregierung im gerade beschlossenen Energiekonzept für eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung vom

28. Sept. 2010 und im Entwurf des Nationalen Aktionsplan für erneuerbare Energien gemäß der Richtlinie 2009/28/EG zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen ambitionierte Zielvorgaben gemacht. Die Bundesregierung erwartet z.B. für den Sektor Elektrizität einen Anteil von 38,6 v.H. aus EE bis 2020.

Auf jeden Fall muss Deutschland nach den EU-Vorgaben für die einzelnen Mitgliedsstaaten und nach dem Energiekonzept der Bundesregierung insgesamt auf mindestens 18 v.H. Anteil aus erneuerbaren Quellen beim Bruttoenergieverbrauch kommen (Stand 2009: knapp 9 v.H.)

 

 

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